Unsere Solo-Stücke

Foto: Alexandre Goebel
Foto: Alexandre Goebel

schreiben und erarbeiten wir überwiegend selber. Es sind sehr persönliche Texte, die so entstehen, die mit den Jahren gehen und sich auch verändern können, die ihren eigenen Charakter haben und so auf ihre Weise zeitlose Begleiter bleiben. 

Die Bühnenbilder sind unaufwändig. Unsere Texte lassen sich überall spielen, mit und ohne Bühne, mit und zur Not auch ohne Licht, solange bei Kerzenschein die Brandschutzauflagen gewahrt bleiben...


Aktuell:


OLGAS RAUM von Dea Loher

(geplante Premiere Frühjahr 2019)

»Olgas Raum« ist das erste Bühnenstück von Dea Loher, das sie 1991 nach einem einjährigen Aufenthalt in Brasilien schrieb und für das sie im selben Jahr den Dramatikerpreis der Hamburger Volksbühne erhielt. Loher zählt heute zu den meistgespielten Bühnenautoren unserer Zeit und erhielt vielfältige Auszeichnungen. Sie ist die amtierende Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim in Frankfurt - es ist der renommierteste Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum. Mit diesem Stück tastet sich die Autorin Dea Loher an die deutsche Frauenfigur der Olga Benario (1908 - 1942) heran, die sowohl kommunistische Ikone, als auch Mutter, Geliebte, Kameradin, politische Intellektuelle und Revolutionärin war und heute u.a. in Brasilien und im ostdeutschen Raum noch ist.

»Ich spreche mit mir selbst, um nicht verrückt zu werden. Ich zeige mir Bilder, erzähle mir Geschichten. Hier im Kopf sitzt mein Erinnerungsalbum. Sich jeden Tag an ein Ereignis erinnern und es genau rekonstruieren.« (Olgas Raum, Dea Loher)

Die halbjüdische Kommunistin Olga Benario befindet sich im Frauen-KZ Ravensbrück, es ist 1942 und der 2. Weltkrieg tobt. Benario rückerinnert sich an ihre Vergangenheit als inhaftierte kommunistische Revolutionärin im brasilianischen Gefängnis. Die Revolution, für die sie 1935 gemeinsam mit dem Anführer Luís Carlos Prestes gegen Diktator Vargas kämpfte, war gescheitert und beide wurden inhaftiert. Doch sie bildeten nicht nur eine politische Doppelspitze, bei ihrer gemeinsamen brasilianischen Mission waren sie ein Liebespaar geworden.

»Olgas Raum« von Dea Loher befasst sich mit der widersprüchlichen Beziehung zwischen Olga Benario und dem Polizeichef Filinto Müller, der im brasilianischen Gefängnis verhört und foltert. Das Stück beschreibt ihre bewussten und unbewussten Überlebensstrategien, mit der Olga diese Zeit in der Haft überlebt, sowie den emotionalen und seelischen Verflechtungen der politischen Aktivistin Benario mit ihren Zellengenossinnen Ana Libre und Genny.

Die schattierten Charaktere bewegen sich dabei in »Olgas Raum« genau genommen in Olgas Räumen, in der Gefängniszelle als Ort und in ihren inneren Gedanken-Räumen, weshalb wir das Ensemble auf nur eine Darstellerin konzentrieren werden.

Das Thema Folter ist heute wieder stark in den Fokus der gesellschaftlichen und medialen Aufmerksamkeit. Die veröffentlichten Berichte der CIA zur Folter in US-Amerikanischen Gefängnissen wie Guantánamo, die öffentliche Auspeitschung eines saudi-arabischen Bloggers, schreckliche Bilder durch IS-Attentate und Morde, die Entgleisungen von Wachpersonal gegenüber traumatisierten Flüchtlingen in deutschen Flüchtlingsheimen... Das sind nur einige Schauplätze, an denen gezielt physische und körperliche Gewalt an Menschen ausgeübt wird, um ihnen Informationen abzupressen oder sie zu bestrafen. Besonders Frauen sind dabei immer wieder auch sexualisierter Folter ausgesetzt.

Mit: Natalia Herrera (als Olga Benario / sie spricht ebenso die Stimmen der anderen Figuren: Ana Libre, Filinto Müller & Genny)
Konzeption & Regie: Dr. Dirk Schröter
Grafik-Design/Fotos: Alexandre Goebel
Sound: NN
Licht: NN


AUF MESSERS SCHNEIDE

eINE Magda-gOEBBELS-rEVUE

(geplante Premiere: Herbst 2019)

"Und versuche uns in freudiger Erinnerung zu behalten..." 

 

Mit diesen Worten endet der einzige erhaltene Brief von Magda Goebbels an ihren Sohn Harald vom 28. April 1945.

 

Die Schauspielerin Magda und ihr Pianist Harald versuchen sich dieser Herausforderung zu stellen. Gemeinsam wollen sie etwas noch nie dagewesenes erarbeiten: eine schwungvolle Revue über die geradezu legendär verherrlichte Mutter der Nation - Magda Goebbels - mit Showtreppe und Fernsehballett. Das ganze wird natürlich nicht nur ein Tanz auf dem Vulkan, sondern auch ein gefährlicher Ritt auf Messers Schneide!

 

Mein geliebter Sohn! Nun sind wir schon 6 Tage hier im Führerbunker, Papa, deine sechs kleinen Geschwister und ich, um unseren nationalsozialistischen Leben den einzig würdigen ehrenvollen Abschluss zu geben … Du solltest wissen, dass ich gegen den Willen Papas bei ihm geblieben bin, dass noch vorigen Sonntag der Führer mir helfen wollte, hier rauszukommen. Du kennst deine Mutter – wir haben dasselbe Blut, es gab für mich keine Überlegung. Unsere herrliche Idee geht zugrunde, und mit ihr alles, was ich Schönes und Bewundernswertes in meinem Leben gekannt habe. Die Welt, die nach dem Führer und dem Nationalsozialismus kommt, ist nicht mehr wert, darin zu leben, und deshalb habe ich auch die Kinder mitgenommen, denn sie sind zu schade für das nach uns kommende Leben, und ein gnädiger Gott wird mich verstehen, wenn ich ihnen selbst die Erlösung geben werde … Die Kinder sind wunderbar …, niemals ein Wort der Klage oder ein Weinen. Die Einschläge erschüttern den Bunker. Die Größeren beschützen die noch Kleineren, und ihre Anwesenheit ist schon dadurch ein Segen, dass sie dem Führer ab und an ein Lächeln abgewinnen. Gott gebe, dass mir die Kraft bleibt, um das Letzte und Schwerste zu schaffen. Wir haben nur noch ein Ziel: Treue bis in den Tod dem Führer. Harald, lieber Junge – ich gebe dir noch das mit, was mich das Leben gelehrt hat: Sei treu! Treu dir selbst, treu den Menschen und treu deinem Land gegenüber … Sei stolz auf uns, und versuche uns in freudiger Erinnerung zu behalten …


Alle meine Koffer (AT)

Ein Abend aus dem Koffer:

Lieder und Texte, Gedanken und Abschweifungen zu großen und

kleinen Fluchten, Sehnsüchten und

sonstigen Haltlosigkeiten.

 

Es singt und spielt: Natalia Herrera

Text & Regie: Dirk Schröter



In Vorbereitung...

10 FRAUEN WILL ICH SEIN

nach einem Chanson von Erich Kästner

Text & Regie: Dirk Schröter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (C) Tanja Liebermann



Natalia Herrera

Foto: Alexandre Goebel
Foto: Alexandre Goebel

10 Frauen will ich sein

nach einem Chanson

von Erich Kästner

 

Neuinszenierung

IN VORBEREITUNG

Text & Regie Dirk Schröter



Dirk Schröter

Foto: Alexandre Goebel
Foto: Alexandre Goebel

Seit vielen Jahren führt Dirk Schröter nicht nur immer wieder erfolgreich Regie, er schreibt und veröffentlicht auch Gedichte, Prosa und Texte für das Theater:

Sein Monolog 10 FRAUEN WILL ICH SEIN (ursprünglich geschrieben für und gespielt von Susanne Winkler) wurde am Wallgraben Theater in Freiburg mit großem Erfolg uraufgeführt und auch mehrfach wieder aufgenommen. Für die Konzertdirektion Landgraf entstand das Theaterstück DAS FUSSBALLWUNDER VON BERN, das mehrere Wochen deutschlandweit auf Tournee zu sehen war und bei dem er auch die Regie übernommen hatte.

Am Theater Freiburg inszenierte er 2002 rafael sanchez erzählt: spiel mir das lied vom tod von Eberhard Petschinka & Rafael Sanchez, für das Wallgraben Theater Neil LaButes norway.today und Das Mass der Dinge, Die Unsichtbare von Christoph Ransmayr sowie Shakespeares ROMEO & JULIA 2004 bei den 29. Rathaushofspielen.

An der Freiburger Schauspielschule im E-Werk war im Mai 2018 eine experimentelle Fassung von Schillers MARIA STUART zu sehen. Als Nachfolge-Projekt entsteht gerade eine Adaption von Lessings MINNA VON BARNHELM, die im April/Mai 2019 zu sehen sein wird.